Spielen mit Enkelkindern

„Heute haben wir nur gespielt!“ Diese Aussage wird von Eltern, die ihre Kinder von der Kita oder von den Großeltern abholen, oft mit Skepsis aufgenommen. Dabei besteht die große Aufgabe der Kinder darin, zu spielen und dabei zu lernen. Denn sie empfinden die Welt im Spiel nach, probieren sich aus und sammeln wertvolle Erfahrungen. Kinder erwerben wichtige Fähigkeiten im Spiel, werden geschickter und damit motorisch besser. Sie verknüpfen Informationen und entwickeln ein besseres Verständnis für die Zusammenhänge ihrer Umwelt.

Das sagen Wissenschaftler zum Spielen

Die Forschung hat sich ebenfalls mit den positiven Auswirkungen des Spielens befasst und ist zu dem Schluss gekommen, dass beim Spielen die Grundfunktionen des Hirns gestärkt und gefestigt werden. Vor allem das limbische System wird dabei angesprochen. Es bildet die Grundlage für die weitere kognitive Entwicklung und nimmt somit direkt Einfluss auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder.
Bei einigen Spielen wird das Sprachzentrum angeregt, bei anderen das Gedächtnis. Es wird sogar davon ausgegangen, dass die Synapsen im Gehirn stärker ausgebildet werden und sich die Nerven besser miteinander verknüpfen, wenn die Kinder spielen. Sie können sich besser konzentrieren, sind zu abstrakterem Denken fähig. Kurzum: Spielen macht Kinder schlau!

Tägliche Beobachtungen werden umgesetzt

Natürlich geht es einem Kind nicht darum, die neuralen Vernetzungen seines Gehirns zu stärken und die eigene Entwicklung zu fördern. Dieser Effekt wird ganz nebenbei und völlig unbewusst erreicht. Vielmehr sucht es nach Möglichkeiten, um sich zu beschäftigen und die Dinge, die um es selbst passieren, im Spielen nachzuempfinden. So wird das Verständnis für die Umwelt und die eigene kindliche Welt gestärkt, es werden soziale Zusammenhänge verstanden und der Umgang mit anderen Kindern geübt. Schließlich will auch die soziale Interaktion geübt werden!
Zudem lernt das Kind, sich emotional „im Griff“ zu haben und erfährt, dass es z. B. bei Gesellschaftsspielen nicht immer gewinnen kann. Die Frustrationstoleranz wird weiter gesteckt. Kinder, die frei spielen können und bei Bedarf Hilfe von Erwachsenen bekommen, sind ausgeglichener, aufmerksamer und emotional stabiler.

Kinder brauchen passendes Spielzeug

Viele Spielzeuge sind der Welt der Erwachsenen nachempfunden und berücksichtigen nicht, dass Kinder ihre Fantasie walten lassen wollen. Ein Bügeleisen und ein Backofen können kaum zweckentfremdet werden. Auch das Parkhaus, von dessen obersten Deck Fahrzeuge hinunterrollen können, schränkt das freie Spiel immens ein. Viele dieser Spielzeuge sind sicherlich ganz lustig, doch sie erweisen sich im täglichen Einsatz als sehr langweilig. Schnell landen sie unbeachtet in der Ecke. Sinnvoller sind Dauerbrenner wie Holzbausteine, ein Spielteppich, Lego-Steine in verschiedenen Größen, Bälle, Puzzles und ähnliche.
Interessante Spielzeuge für drinnen sind auch Murmeln, Memorys, Mensch-ärgere-dich-nicht, Ratespiele oder Basteleien.

Für draußen sind Bewegungsspiele erste Wahl:
Fangen und Hüpfen, Ballspielen, Verstecken, Gummihopse, Erkundungsspaziergänge, Riesen-Jenga, Fußball oder das Trampolin im Garten bieten Kindern alle Möglichkeiten, um sich auszutoben und überschüssige Energie loszuwerden.